Haaranalyse für die MPU aufgrund von Drogenkonsum erforderlich

von Marian
Haaranalyse für MPU © Michael Bührke / pixelio.de
Wenn aufgrund eines Drogenkonsums ein MPU-Gutachten angefordert wird. Muss zusätzlich zur medizinischen Untersuchung auch ein Drogenscreening durchgeführt werden. Denn nur so kann sich die Fahrerlaubnisbehörde davon überzeugen, ob ein Drogenkonsum vorliegt bzw. eine „Drogenfreiheit“ festgestellt werden. Mit Hilfe einer forensischen Haaranalyse kann die Einnahme von Alkohol, Medikamente und illegalen Drogen wie Cannabis, Ecstasy, Kokain und Heroin nachgewiesen werden.

Während des Haarwuchses in den Follikelzellen nimmt das Haar durch die Haarwurzel im Blut auftretende Medikamente- und Drogenwirkstoffe auf, die sich dann über einen langen Zeitraum im Haar festsetzen. Somit kann selbst ein einmaliger Drogenkonsum nachweisbar sein.

Es ist sogar Möglich einen Drogenkonsum nachzuweisen, der ca. 12 Monate zurückliegt. Die Haaranalyse zeigt somit keine Momentaufnahme, es kann eine Drogenfreiheit über einen längeren Zeitraum dokumentiert werden. Wie lang der Zeitraum ist, der dokumentiert werden kann, hängt von der Haarlänge ab.
Je kürzer die Haare für die Haaranalyse, desto kürzer ist auch der nachweisbare Zeitraum. Man geht davon aus, dass 1cm Haarlänge = 1 nachweisbarer Monat entspricht.

Ablauf einer Haaranalyse

Für eine Haaranalyse ist eine kleine Haarsträhne vollkommen ausreichend. Im Idealfall werden Haarsträhnen vom Hinterkopf entnommen, da hier der Haarwachstum am regelmäßigsten ist.
Nach der Entnahme wird die Haarprobe als erstes für ein Extraktionsverfahren vorbereitet. Hierfür werden die Haare in einer Mühle zerkleinert und anschließend in einem Säurebad aufgelöst, wodurch die Wirkstoffe von einander getrennt werden.
Die eigentliche Analyse der verschiedenen Substanzen / Wirkstoffe erfolgt in einem Massenspektrometer. Werden dann Substanzen aus illegalen Drogen, Medikamenten und oder Alkohol gefunden, dürfen diese nicht von der GTCH festgelegten Obergrenze überschreiten. Sollten sie doch die Obergrenze überschreiten, ist ein Drogenkonsum nachgewiesen.

Kosten der Haaranalyse

Wenn die MPU eine Haaranalyse erfordert, wird selbstverständlich ein zertifiziertes Institut mit der Analyse beauftragt. Sollte die Analyse Drogenkonsum nachweisen, ist das MPU Gutachten negativ und der Führerschein kann nicht neu beantragt werden.

Um das im Vorfeld zu vermeiden, kann man bereits vor einer anstehenden MPU eine Haaranalyse in Auftrag geben um so schon mal sicher zu sein, dass, sofern Drogen konsumiert wurden, die Haaranalyse keine Drogen mehr nachweisen kann, weil der Konsum mehr als 10-12 Monate zurückliegt.

Eine Haaranalyse kann man in fast jedem Labor erstellen lassen. Sogar einige Apotheken bieten eine aussagekräftige Haaranalyse an. Im Schnitt kostet so ein Drogenscreening 200€.

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